Volksmusikverein erkundete Mühldorf
Blick über den Zaun, heißt eine Reihe des Volksmusikvereins im Landkreis Landshut, bei der über die Landkreisgrenze hinaus in die benachbarten Städte und Gebiete geschaut wird. So machten sich zwei Dutzend Mitglieder und Interessierte am 2. November mit der Bahn auf den Weg nach Mühldorf.

Im kulturzentrum „Haberkasten“ einem ursprünglichem Getreidespeicher, begrüßte sie der Volksmusikpfleger des Landkreises Mühldorf, Dr. Reinhard Baumgartner.
In seinen Ausführungen erzählte er, z. B. über die Musikantenfamilien Lenzwenger/Rannetsberger. Seit 25 Jahren erforscht er mit einigen wenigen Freunden, die volksmusikalischen Entwicklungen vergangener und neuzeitlicher Zusammenhänge und Abläufe. Viele Fotographien, Notenblätter und Instrumente, waren auf Schautafeln und in Vitrinen zu sehen. Ebenso informierte er über Schwierigkeiten, Probleme und Sorgen in der allgemeinen Kreisvolksmusikpflege.
Nach dem Mittagsessen stand eine Stadtführung mit der ehemaligen 2. Bürgermeisterin Marianne Zollner an, die am Nagelschmiedturm begann. Hier konnten einige kunstvoll ausgeführte Turmuhrwerke bestaunt werden. Auch die Größe der Türmerwohnung und die Aussicht über die Stadt, soweit der Regen es zuließ, beeindruckte. Ein Stadtmodell zeigte die Lage der Stadt, zwischen dem Innhang und der Flußschleife. Mühldorf war etwa für tausend Jahre eine Exklave, ein Vorposten des Fürsterzbistums Salzburg, der für wichtige Wirtschaftseinnahmen sorgte. Gut sichtbar, die langen Häuserzeilen, absichtlich früher so gebaut, um einen langen Platz für die vielen Märkte des Wirtschaftszentrums zu haben. Im Rathaus, ausgestaltet mit aufwendig verzierten Türen und Decken, sowie ehrwürdigen Möbeln, erzählte die Stadtführerin einiges über die Schlacht bei Mühldorf und Ampfing im Jahr 1322, sowie über die letzte Hexenverbrennung. Das Hexenkeucherl konnte in Augenschein genommen werden. Mit einer süßen Stärkung in einem Cafe, trat man wieder den Heimweg an.



