Im April 1939 ist Joseph Franz Konrad Obermeier als 4. Kind von insgesamt 6 in Loifling im Lkr. Cham, geboren. Als einziger Sohn ist er in einem kleinbäuerlichen Umfeld mit seinen Schwestern und seiner Mutter aufgewachsen. Der Vater Joseph Obermeier war zweifacher Kriegsteilnehmer, der zum Ende des 2. Weltkrieges in russische Gefangenschaft geriet und erst 1952 stark ausgezehrt und krank zu seiner Familie zurückkehrte. Der Vater war leidenschaftlicher Sänger und Ziachspieler. Er gründete nach seiner Rückkehr eine Theatergruppe im Ort. Seinem Sohn Sepp verschaffte er eine Lehre zum Zweiradmechaniker, da trotz der Empfehlung des Lehrers das Geld der Familie für das Gymnasium nicht reichte.
Ende der 1950er Jahre wurden in Ostbayern viele Straßen gebaut, und Sepp bewarb sich nach seiner Lehre auf eine Aushilfsstelle für Vermessungs- und Abrechnungsarbeiten in Roding. Er stellte sich gut an, erhielt eine Festanstellung und war bald die rechte Hand eines Ingenieurs, der ihn sehr förderte und ermunterte, ein Abendstudium zu absolvieren. Mit Hilfe einer Freundin schaffte Sepp es, neben der Arbeit und am Wochenende für das Studium zu lernen. Im Jahr 1962 konnte er seine erste Bauleiterstelle in Landshut antreten. Im selben Jahr ist sein Vater im Alter von 65 Jahren an den Folgen der Gefangenschaft gestorben.
In Landshut wechselte Sepp seinen Vornamen auf Koni. Auf einem Faschingsball lernte er Marga kennen, die er 1965 heiratete (im September 2025 hätten sie diamantene Hochzeit gefeiert). Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor, etwas verspätet kam zur großen Freude Sohn Michael dazu. Für seine Familie war er immer ein guter Vater. Er hat immer das ausgleichende Wort gesucht und war mit niemandem im Streit.
Koni war in seiner Freizeit sehr sportlich, mit den Naturfreunden war er oft beim Wandern und im Winter mit Freunden beim Schifahren. Auch Fahrrad gefahren ist er leidenschaftlich gerne. In Ungarn hat er viele Jahre ein kleines Haus mit Weinberg gehabt und wurde damit mit Marga und Familie zum Hobbywinzer. Koni erfüllte den Wunsch seines Vaters, er möge auch Musiker werden, erst spät: mit der Rente begann er, selbst zu singen und sich dazu mit der Mund-harmonika zu begleiten. Der Volksmusik war er aber schon lange zugetan, mit Marga war er steter Gast bei unzähligen volksmusikalischen Veranstaltungen. Koni war immer ein bescheidener und sparsamer Mensch, der trotzdem sein Leben genießen konnte. „Maßhalten“ war seine Devise. Dazu hat er auch ein Lied geschrieben. Nach einer Musikantenwallfahrt des VMV nach Mariazell, hatte er den Einfall zu einem Marienlied. Im Eigenverlag erstellte er 3 CDs mit (seinen) für sich zurecht gesungenen Liedern. Auf der letzten CD des VMV „Um Landshut umadum 6“, Weihnachtsmelodien, gsunga und gspuit zwischen Rott und Laaber, ist er mit Mundharmonika und Gesang zu hören. Wir wollen ihm ein liebevolles und dankbares Andenken bewahren.

