
Am 8.6.1957 kam in Geisenhausen als drittes von 7 Geschwistern, Georg Lehrhuber auf die Welt. Er verbrachte seine Kindheit auf dem Hof der Eltern in Wolfsteig, Gemeinde Geisenhausen. Als ältester Bruder musste er bereits von Kindheit an Aufgaben und Verantwortung übernehmen. Die Grundschule besuchte er in Geisenhausen und später die Realschule in Vilsbiburg. In der Fachoberschule in Landshut mit Studium Betriebswirtschaftslehre, erhielt er seinen Spitznamen „Wurzel“. In seiner Freizeit widmete er sich leidenschaftlich der Katholischen Landjugendbewegung. Vom Vorstand der KLJB Dietelskirchen bis in die Diözesanebene bekleidete er etliche Ämter. In dieser Zeit wuchs die KLJB Kreis LA zum größten Kreisverband Deutschlands. Als ich ihn kennenlernen durfte, war er Vorsitzender der KLJB Landkreis Landshut. Ich war fasziniert von seinem Lebensmut, seiner positiven Einstellung, seinem Glauben und seiner fast charismatischen Ausstrahlung. So begründete er u. a. die Radlwallfahrt nach Flüeli/Sachseln in die Schweiz, die seit 45 Jahren besteht. Er war Mitinitiator des Arbeitskreises Bildung der Diözese Regensburg, prägte den Begriff Erlebnispädagogik maßgeblich und sorgte für ein professionelles Bildungsangebot bei den Gruppenleiterschulungen. Nach seinem Studium wurde er Mitarbeiter bei der Firma Gartner, Pflanzengroßhandel in Hippenstall/Vilsbiburg. 1987 heiratete er seine Frau Marianne und die große Hochzeit glich äußerlich durch die vielen Fahnenabordnungen mehr einer Fahnenweihe. Drei Kinder folgten in kurzen Abständen der Verbindung. Georg entwickelte durch seinen Beruf zusehends Interesse an mediterranen Pflanzen. Über eine Pflanzenmesse lernte er seine zukünftigen Geschäftspartner kennen und 1989 machte er sich mit seiner Firma Mediflora im Pflanzenhandel selbstständig. Er exportierte aus Italien, Sizilien und Spanien. Italienisch brachte er sich selbst bei. Rasant wuchs die Firma bis nach verschiedenen Standorten 1999 eigene Gewächshäuser in Wolfssteig errichtet wurden.
Sein Hobby waren Pferde und Kutschenfahren. So war er ein bedeutender Züchter von norwegischen Fjordpferden, die er z. B. auch auf der Niederbayernschau ausstellte. Verschiedene familiäre Schicksalsschläge zeichneten seinen weiteren Weg. Der Tod seines Schwagers führte zur Aufnahme der Nichte Madelaine in die Familie. 2011 und 2019 verstarben seine Eltern. Bereits 2012 erkrankte er an Prostata-Krebs, 2016 erforderte eine Borreliose eine neue Herzklappe. Seine Krebserkrankung konnte jedoch auch die Teilnahme an einem Forschungsprojekt bei einer weltweit führenden Forscherin in den USA nicht stoppen. Auch innovative Versuche mit eigenen Wegen und mit verschiedenen Wirkstoffen erzielten keine Besserung. Ihm wurde geraten sich in palliative Behandlung zu begeben.
Entschlossen fuhr er mit seiner Frau an die Nordsee um Ruhe, Kraft und Heilung zu finden. Alle Kinder besuchten ihn am Vatertag am Erholungsort und in langen Einzelgesprächen über den Tag verteilt, redete er mit seinen Kindern über die prägensten Momente ihres Lebens. Bereits am Freitag verschlechterte sich sein Zustand zusehends. Nach der Einlieferung ins Krankenhaus Husum und Verlegung nach Flensburg, sollte er dort an einer Gehirnblutung operiert werden, die er sich bei einem kleinen Sturz 10 Tage zuvor zugezogen hatte. Sein geschwächter Körper hätte eine Operation jedoch nicht überstanden. Am 15. Mai 2026 durfte er im Kreise seiner Familie ohne Schmerzen friedlich einschlafen.
Für seine Familie war er immer Ratgeber und Helfer in der Not. „Wia duads`n“ war seine Frage nach dem Wohlergehen seiner Lieben. Geprägt durch seine christliche Nächstenliebe war er vielmehr Humanist als Materialist. Der Menschenfreund und brachte sich in die Gesellschaft ein. Er war Versteigerer bei der Feuerwehr, bekleidete Ämter bei den Pferdezüchtern und den Pflanzenhändlern. Zudem machte er eine Ausbildung und betätigte sich im Hospiz.
Mit der Landjugend kam er Anfang der 70er Jahre in Berührung mit dem Volkstanz. Der KLJB- Arbeitskreis Vilsbiburg veranstaltete jährlich einen Volkstanz in Hinterskirchen, der später vom Volksmusikverein übernommen wurde. Als Mitglied des Volksmusikvereins kam er gern, wenn seine Zeit es ihm erlaubte, mit seiner Frau zum Tanz.
Seinen Angehörigen und Freunden und wohl auch sich selbst spendete er Trost mit der Erkenntnis: „Ich kann gar nicht tiefer fallen, als in Gottes offene Arme“. Nach dem Text von Tochter Kathrin Weber

